Sind Elfbar schaedlicher als Zigaretten?

Sind Elfbar schaedlicher als Zigaretten? - Vapechamp.de

Von der Vapechamp-Fachredaktion · zuletzt aktualisiert im Juni 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Die Frage ist verständlich: Wer überlegt, von der Zigarette auf eine Elfbar oder ein anderes E-Zigaretten-System umzusteigen, möchte wissen, womit er es zu tun hat. Die ehrliche Antwort ist aber keine einfache Ja-oder-Nein-Antwort. Der aktuelle Forschungsstand zeigt ein differenziertes Bild – und wer dir eine pauschale Garantie gibt, vereinfacht zu viel. In diesem Artikel ordnen wir die wichtigsten Fakten sachlich ein, ohne etwas zu verharmlosen oder zu dramatisieren.

Wie Zigaretten und E-Zigaretten grundlegend verschieden funktionieren

Der entscheidende Unterschied liegt im Verbrennungsprozess. Eine herkömmliche Zigarette verbrennt Tabak bei über 800 Grad Celsius. Dabei entstehen Teer, Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und über 4.000 chemische Verbindungen, von denen viele als karzinogen eingestuft sind. Die Verbrennung selbst – nicht allein das Nikotin – ist der Hauptgrund für tabakbedingte Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herzinfarkt oder chronische Bronchitis.

Eine Elfbar oder eine andere E-Zigarette dagegen verbrennt nichts. Sie erhitzt ein Liquid aus Propylenglykol, Vegetabilem Glyzerin, Aromen und – je nach Variante – Nikotin auf etwa 180 bis 220 Grad. Das Ergebnis ist ein Aerosol, kein Verbrennungsrauch. Teer und Kohlenmonoxid entstehen dabei in der Regel nicht oder nur in nicht nachweisbaren Spuren. Das ist ein relevanter Unterschied. Er bedeutet aber nicht, dass das Aerosol harmlos wäre – dazu mehr weiter unten.

Wenn du verstehen möchtest, wie ein E-Zigaretten-Gerät technisch aufgebaut ist und wie das Aerosol entsteht, erklärt unser Artikel Wie funktioniert eine E-Zigarette? den Ablauf Schritt für Schritt.

Was Behörden und Forschungseinrichtungen sagen

Drei Institutionen prägen die offizielle Einschätzung in Deutschland und international besonders:

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält fest, dass E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten in der Regel weniger und geringere Mengen an Schadstoffen freisetzen. Gleichzeitig betont das BfR: E-Zigaretten sind nicht risikofrei. Nikotin besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial, und über mögliche Langzeitfolgen des Aerosol-Einatmens gibt es noch keine belastbaren Langzeitdaten.
  • Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) kommt zu einem ähnlichen Schluss: E-Zigaretten sind wahrscheinlich weniger schädlich als Tabakzigaretten, aber nicht harmlos. Das DKFZ weist ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere Jugendliche und Nichtraucher E-Zigaretten erst gar nicht beginnen sollten.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt eine vorsichtigere Haltung ein. Sie betont offene Fragen zum Langzeitrisiko und fordert strenge Regulierung sowie konsequenten Jugendschutz. Eine generelle Empfehlung für E-Zigaretten als Rauchstopp-Mittel spricht die WHO nicht aus.

Gelegentlich begegnet dir noch die vielzitierte Schätzung von Public Health England aus dem Jahr 2015. Diese Studie bleibt in Fachkreisen jedoch umstritten und stammt aus einer Zeit, in der die Datenlage noch dünner war als heute. Neuere Forschung zeichnet ein nuancierteres Bild.

Ein Vergleich: Schadstoffe im Überblick

Die folgende Tabelle fasst zusammen, was Forschung und Behörden über die wesentlichen Unterschiede wissen – ohne erfundene Prozentzahlen, nur gesicherter Erkenntnisstand:

Stoff / Faktor Tabakzigarette E-Zigarette / Elfbar
Teer Vorhanden (Verbrennung) Nicht nachweisbar (kein Verbrennen)
Kohlenmonoxid Vorhanden in relevantem Maß Nicht oder kaum nachweisbar
Karzinogene (z. B. Benzol, PAK) Zahlreiche, bekannt krebserregend Deutlich weniger, aber nicht null
Nikotin Vorhanden, abhängig machend Vorhanden (außer 0-mg-Varianten)
Aromen & Propylenglykol Keine / kaum Vorhanden; Langzeitfolgen bei Inhalation unklar
Langzeitdaten Jahrzehnte Forschung vorhanden Noch keine belastbaren Langzeitdaten

Wichtig: “Weniger Schadstoffe” bedeutet nicht “keine Schadstoffe”. Das Aerosol einer E-Zigarette enthält Substanzen wie Acrolein, Formaldehyd und Schwermetall-Spuren in Abhängigkeit von Gerät und Liquid – in weit geringeren Konzentrationen als Zigarettenrauch, aber eben nicht null. Wer nie geraucht hat, gefährdet seine Gesundheit durch den Einstieg ins Dampfen.

Nikotin: gleich schädlich in beiden Fällen

Nikotin ist kein harmloser Bestandteil. Es macht körperlich und psychisch abhängig, beeinflusst den Blutdruck und das Herzkreislaufsystem und ist in hohen Dosen giftig. Das gilt für Nikotin in der Zigarette genauso wie für Nikotin in der Elfbar. Der gesetzliche Höchstgehalt in der EU liegt bei 20 mg/ml – festgelegt durch die EU-Tabakproduktrichtlinie und das nationale Tabakerzeugnisgesetz. Was in einer Elfbar 600 mit 2 ml Liquid steckt und wie das zu klassischen Zigaretten einzuordnen ist, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Wie viel Nikotin hat eine Elfbar?

Wer auf das Nikotin ganz verzichten möchte, findet auch nikotinfreie Optionen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag Elfbar ohne Nikotin: die nikotinfreien Optionen. Eine Übersicht über nicotinfreie Produkte bietet auch unsere Kategorie nikotinfreie Vapes.

Was “weniger schädlich” in der Praxis heißt – und was es nicht heißt

Für Menschen, die bereits rauchen und umsteigen möchten, lautet der Konsens der meisten Fachbehörden: Die Schadstoffbelastung dürfte beim vollständigen Wechsel auf eine E-Zigarette geringer sein als beim Weiterrauchen. Das sagt das BfR, das sagt das DKFZ.

Das bedeutet aber ausdrücklich nicht:

  • dass E-Zigaretten oder Elfbar “gesund” oder “harmlos” sind,
  • dass Dampfen eine ärztlich empfohlene Therapie gegen Tabakabhängigkeit ist,
  • dass Nichtraucher Elfbar bedenkenlos ausprobieren können,
  • dass es gesicherte Aussagen über Langzeitfolgen gibt – denn die Studienlage zu E-Zigaretten ist noch jung.

Der absolute Verzicht auf Tabak und E-Zigaretten bleibt die gesündeste Option. Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) bietet Unterstützung beim Rauchstopp an und informiert auch über den Umgang mit Nikotin. Wer den Rauchstopp konkret angehen möchte, findet in unserem Artikel Rauchstopp mit E-Zigarette praktische Orientierung.

Passivdampfen: Aerosol in der Umgebungsluft

Auch für Personen im Umfeld ist die Frage relevant. Zigarettenrauch enthält nachweislich gefährliche Stoffe, die Passivraucher belasten – das ist seit Jahrzehnten gut belegt. Beim Dampfen ist die Situation weniger eindeutig: Das Aerosol verfüchtigt sich schneller und enthält deutlich weniger Schadstoffe als Zigarettenrauch, ist aber – auch nach aktueller Einschätzung des DKFZ – nicht völlig unbedenklich. In Innenräumen, besonders in der Nähe von Kindern, schwangeren Frauen oder Personen mit Atemwegserkrankungen, sollte man auf das Dampfen verzichten. Was zu den Regelungen in öffentlichen Räumen gilt, liest du in unserem Beitrag Dampfen in der Öffentlichkeit. Eine tiefere Einordnung zur Lungenwirkung bietet unser Artikel Ist Dampfen schädlich für die Lunge?

Worauf beim Kauf und Gebrauch zu achten ist

Wenn du eine Elfbar oder ein anderes E-Zigaretten-Produkt kaufst, lohnen sich ein paar praktische Punkte:

  • Nur geprüfte Markenware kaufen. Produkte aus dem Graumarkt oder von unklaren Quellen können undeklarierte Inhaltstoffe oder zu hohe Nikotinkonzentrationen enthalten. Mehr dazu, wie du echte Elfbar erkennst, erklärt unser Artikel Elfbar Echtheit prüfen, und auf unserer Seite Echtheit prüfen kannst du direkt nachsehen.
  • Nikotinstärke bewusst wählen. Wer kein starker Raucher ist oder den Nikotinkonsum reduzieren möchte, sollte nicht sofort mit 20 mg/ml einsteigen. Unser Ratgeber zu den Nikotinstärken hilft bei der Wahl.
  • Nicht mit dem Rauchen kombinieren. Wer gleichzeitig raucht und dampft, profitiert nicht von einer geringeren Schadstoffbelastung – im Gegenteil.
  • Jugendschutz ernst nehmen. E-Zigaretten sind ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren. Das gilt rechtlich und gesundheitlich. Der sich entwickelnde Organismus junger Menschen reagiert besonders empfindlich auf Nikotin.

Eine breitere Auswahl an Elfbar-Produkten sowie ELFLIQ Nikotinsalz-Liquids mit legalen 20 mg/ml findest du bei uns im Shop. Ein Überblick, wie sich eine Elfbar 600 im Vergleich zu einer Packung Zigaretten einordnen lässt, liefert unser Beitrag Wie viele Zigaretten ist eine Elfbar?

Häufige Fragen zu Elfbar vs. Zigarette

Ist eine Elfbar weniger schädlich als eine Zigarette?

Nach aktuellem Erkenntnisstand der meisten Fachbehörden – darunter das BfR und das DKFZ – setzen E-Zigaretten deutlich weniger und geringere Mengen an Schadstoffen frei als Tabakzigaretten. “Weniger schädlich” bedeutet aber nicht “harmlos”. Belastbare Langzeitdaten über mehrere Jahrzehnte fehlen noch.

Kann ich bedenkenlos auf eine Elfbar umsteigen, wenn ich rauche?

Das ist eine Entscheidung, die du im Zweifelsfall mit einem Arzt besprechen solltest. Aus gesundheitlicher Sicht gilt: Wer vollständig vom Rauchen auf eine E-Zigarette wechselt, dürfte weniger Schadstoffe aufnehmen als beim Rauchen. Der beste Schritt bleibt aber der vollständige Verzicht auf Nikotin. Informationen dazu bietet auch die BZgA.

Ist das Aerosol einer Elfbar unbedenklich?

Nein, das Aerosol ist nicht völlig unbedenklich. Es enthält keine Tabakverbrennungsprodukte, aber Pröpylenglykol, Aromen und je nach Gerät Spurenmengen von Schwermetallen und anderen Substanzen. Über deren Langzeitwirkung bei regelmäßiger Inhalation gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse über viele Jahre.

Was ist mit der 95-Prozent-weniger-schädlich-Aussage?

Diese Schätzung stammt aus einer britischen Studie von 2015 (Public Health England) und wird bis heute diskutiert. Sie ist in der Wissenschaft umstritten, da sie auf Schätzungen basiert und inzwischen als übervereinfacht gilt. Neuere Studien zeichnen ein nuancierteres Bild, ohne den Grundtenor – weniger Schadstoffe als Zigaretten – zu widerlegen.

Sind nikotinfreie Elfbar wirklich ohne Risiko?

Ohne Nikotin entfällt das Abhängigkeitspotenzial. Dennoch enthält auch das Aerosol nikotinfreier E-Zigaretten Aromen und andere Inhaltsstoffe, über deren regelmäßige Inhalation über längere Zeit noch wenig bekannt ist. Wer nie geraucht hat, hat keinen Grund, mit dem Dampfen anzufangen – auch nicht mit 0 mg. Eine Übersicht über die nikotinfreien Vapes in unserem Shop findest du hier.

Unterm Strich: Die wissenschaftliche Einschätzung von BfR, DKFZ und WHO ist konsistent – E-Zigaretten sind für Raucher wahrscheinlich die weniger belastende Option verglichen mit weiterem Tabakkonsum, aber keine risikofreie Alternative. Wer den Umstieg in Erwägung zieht, sollte das informiert tun, sich im Zweifel ärztlich beraten lassen und den langfristigen Ausstieg aus dem Nikotin als Ziel im Blick behalten.

Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (bfr.bund.de); Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz.de); Weltgesundheitsorganisation (who.int); Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de); EU-Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU (TabakerzG).