Liquid selbst mischen: Base, Aroma und Shots

Liquid selbst mischen: Base, Aroma und Shots – Ratgeber bei Vapechamp.de

Von der Vapechamp-Fachredaktion · zuletzt aktualisiert im Juni 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Wer regelmäßig dampft, kennt das Prinzip: fertige Nikotinsalz-Liquids wie ELFLIQ (ab 8,49 €) oder RandM Tornado Liquid (ab 7,49 €) steckst du einfach ins Gerät und bist startklar. Manche Dampfer möchten darüber hinaus: eigene Mischungen, individuelle Nikotinstärken, ganz persönliche Aromakombinationen. Liquid selbst mischen – das sogenannte DIY-Mischen – ist ein eigenes Hobby mit klaren Grundregeln und einigen gesetzlichen Grenzen. Dieser Ratgeber legt die Basis: Was brauchst du, wie rechnet es sich, und was gilt rechtlich?

Was steckt in einem Liquid? Die drei Grundzutaten

Bevor du loslegst, lohnt ein Blick auf die Bestandteile. Ein fertiges Liquid besteht typischerweise aus drei Bausteinen:

  • Basis (Base): die Trägerflüssigkeit aus Propylenglykol (PG) und Vegetable Glycerin (VG), meist in einem bestimmten Mischverhältnis.
  • Aroma: konzentrierte Lebensmittelaromen, die für den Geschmack sorgen – typisch 5–15 % der Gesamtmenge.
  • Nikotin (optional): als Nikotin-Shot (Nik-Shot) in Freebase oder Nikotinsalz-Form zugefügt.

Was PG und VG im Einzelnen bewirken und wie sich verschiedene Verhältnisse auf den Dampf auswirken, liest du im Schwesterartikel PG und VG im Liquid erklärt. An dieser Stelle die Kurzversion:

  • PG transportiert den Geschmack besser, erzeugt einen deutlichen Throat Hit und ist dünnflüssiger.
  • VG produziert dichten Dampf, schmeckt leicht süßlich und ist zähflüssiger.

Typische Basis-Mischverhältnisse auf einen Blick

Je nach Gerätetyp und persönlichem Zugstyp empfehlen sich unterschiedliche PG/VG-Verhältnisse. Die Tabelle zeigt die gängigsten Richtwerte:

PG/VG-Verhältnis Dampfmenge Throat Hit Geschmacksintensität Typische Verwendung
50/50 mittel spürbar hoch MTL-Geräte, Pod-Systeme wie ELFA
60/40 (VG/PG) mittel–hoch moderat gut Allrounder, nachfüllbare Pod-Kits
70/30 (VG/PG) hoch gering mittel RDL-Geräte, sub-ohm
80/20 (VG/PG) sehr hoch kaum geringer Leistungsboxen, CloudChasing

Für ELFA-Akkuträger und ähnliche MTL-Pod-Systeme ist ein 50/50-Verhältnis ideal; die meisten Fertigliquids in 10-ml-Flaschen treffen genau diesen Bereich. Bei ELFX-Geräten mit RDL-Option passt ein etwas höherer VG-Anteil gut.

Nikotin-Shots: Rechnung und Limits

Der kritischste Schritt beim DIY-Mischen ist das Nikotinieren. Hier kommen Nikotin-Shots ins Spiel: kleine, konzentrierte Fläschchen, die du in nikotinfreie Basis einrührst. Wichtig: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist ausdrücklich darauf hin, dass reines oder hoch konzentriertes Nikotin äußerst giftig ist und bereits geringe Mengen auf der Haut resorbiert werden können. Trage beim Umgang mit Nikotin-Shots stets Nitrillhandschuhe und arbeite am gut belüfteten Ort.

Die gesetzliche Grenze kommt aus der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD), national umgesetzt im Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG): Fertige Liquids in Nachfüllbehältern dürfen maximal 20 mg/ml Nikotin enthalten, und die Fläschchen sind auf 10 ml begrenzt. Genau diese Werte gelten auch für deine selbst gemischte Fertigflüssigkeit, sobald du sie im Selbstverbrauch verwendest.

Wie rechnet man die Nikotinstärke aus? Die Formel lautet:

Ziel-mg/ml = (Shot-Volumen × Shot-Konzentration) ÷ Gesamtvolumen

Gesamtvolumen Nik-Shot (20 mg/ml, 10 ml) Ergebnis mg/ml Basis-Anteil Aroma-Anteil (10 %)
100 ml 1 Shot à 10 ml 2 mg/ml 80 ml 10 ml
100 ml 2 Shots à 10 ml 4 mg/ml 70 ml 10 ml
100 ml 5 Shots à 10 ml 10 mg/ml 40 ml 10 ml
100 ml 10 Shots à 10 ml 20 mg/ml 0 ml (Shortfill) 10 ml

Das klassische Shortfill-Prinzip nutzt genau diese Logik: Eine 100-ml-Flasche kommt mit 90 ml nikotinfreier Basis + Aroma vorgefüllt; du fügst einen oder mehrere Nik-Shots hinzu. 1 Shot ergibt 2 mg/ml, 2 Shots ergeben 4 mg/ml – ein populärer Bereich für Dampfer, die von höheren Nikotinstärken ausschleichen möchten. Zum Thema Nikotinstärke schrittweise reduzieren liest du mehr im Beitrag Dampfen reduzieren und auf 0 mg ausschleichen.

Das richtige Werkzeug: Was du brauchst

DIY-Mischen ist kein Hexenwerk, verlangt aber sauberes Arbeiten. Diese Grundausstattung ist empfehlenswert:

  1. Präzisionswaage (0,01-g-Genauigkeit) – Gewichtsangaben sind exakter als Volumenmessung, weil PG und VG unterschiedliche Dichten haben.
  2. Messbecher oder Spritzen – für kleine Mengen von 1–5 ml sehr nützlich.
  3. Nitrillhandschuhe – Pflicht beim Umgang mit Nik-Shots.
  4. Verschließbare Dunkelglasfläschchen – für die fertige Mischung und für die Reifephase (Steeping).
  5. Etiketten – notiere Datum, Rezept und Nikotingehalt; das ist nicht nur praktisch, sondern bei Lagerung mit anderen Personen im Haushalt sicherheitsrelevant.

Das fertige Liquid solltest du lichtgeschützt und kühl lagern. Wie lange sich Liquids halten und worauf es dabei ankommt, erklärt der Beitrag Liquid lagern: Haltbarkeit und richtige Aufbewahrung.

Aromen: Dosierung und Steeping

Das Aroma ist die kreativste Variable. Die meisten DIY-Aromen werden mit 5–15 % dosiert – der Hersteller gibt einen Richtwert an, den du als Ausgangspunkt nimmst. Weniger ist oft mehr: Über-aromierte Mischungen können einen künstlichen Nachgeschmack entwickeln oder das Aromaerlebnis insgesamt flächig wirken lassen.

Nach dem Mischen empfehlen erfahrene DIY-Dampfer eine sogenannte Reifephase (Steeping): Das Fläschchen verschlossen an einem dunklen Ort lagern und täglich kurz schütteln. Fruchtige Aromen benötigen oft nur 24–48 Stunden, Tabak- und Cremearomen können zwei bis vier Wochen profitieren. Falls der Geschmack deiner aktuellen Liquids nachgelassen hat – nicht im selbst gemischten, sondern im fertigen Produkt – liest du Gegenmaßnahmen im Artikel Geschmack lässt nach: Tipps.

Wer keine Fertigaromen mischen möchte, kann alternativ einfach Leerpods selbst befüllen – also ein fertiges Nikotinsalz-Liquid direkt einfüllen. Wie das mit ELFA-Leerpods funktioniert, zeigt der Ratgeber ELFA-Leerpods selbst befüllen.

Rechtliches: Was gilt beim Selbstmischen?

Die EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD) und das deutsche Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) setzen klare Grenzen für den gewerblichen Verkauf von Liquids: maximal 20 mg/ml Nikotin in Behältern von höchstens 10 ml. Das gilt für jeden Shop – deshalb findest du auch bei uns fertige Liquids wie ELFLIQ 10 ml genau in diesem Rahmen.

Für den privaten Eigenverbrauch gilt: Du darfst dir dein Liquid selbst mischen, solange du es nicht verkaufst oder an andere abgibst. Die Nikotingrenze von 20 mg/ml ist auch beim Selbstmischen die sinnvolle Obergrenze – höhere Konzentrationen sind praktisch nicht notwendig und bergen deutlich erhöhte Vergiftungsrisiken. Zu Nikotin-Vergiftungssymptomen, die du kennen solltest, gibt es einen eigenen Ratgeber: Nikotinvergiftung: Symptome erkennen.

Zusätzlich greift seit 2022 die Tabaksteuer auch auf Liquids – beim Kauf von Fertig-Liquids und Nikotin-Shots ist sie bereits eingerechnet. Wer Shots oder Basis im Ausland bestellt, sollte die Zollregeln kennen; mehr dazu im Artikel Vape aus dem Ausland: Zoll und Einfuhr.

Selbst mischen oder fertig kaufen? Eine ehrliche Einschätzung

DIY-Mischen spart bei größeren Mengen Geld, erfordert aber Geduld, Genauigkeit und eine Investition in Ausstattung und Aromen. Für den gelegentlichen Dampfer, der einfach schnell eine neue Sorte ausprobieren möchte, bleibt ein fertiges Nikotinsalz-Liquid die bequemere Wahl – ob aus der ELFLIQ-Auswahl, den Liq-it-Liquids oder der Don Cristo Serie.

Wer hingegen regelmäßig 100-ml-Mengen verbraucht und gern kreativ ist, findet im DIY-Mischen echten Mehrwert: individuelle Aromakombinationen, selbst gewählte Nikotinstärken, variabler PG/VG-Anteil. Die fertige Mischung direkt in nachfüllbaren Pod-Systemen zu verwenden, macht den Kreislauf komplett. Mehr zum Wechsel zwischen Liquids ohne Geschmacksvermischung liest du im Beitrag Liquid wechseln ohne Mischen.

Häufige Fragen zum Liquid selbst mischen

Brauche ich eine Präzisionswaage oder reichen Spritzen?

Beide Methoden funktionieren, aber eine Waage mit 0,01-g-Auflösung ist genauer. PG und VG haben unterschiedliche Dichten (PG ca. 1,04 g/ml, VG ca. 1,26 g/ml), weshalb Volumen- und Gewichtsangaben abweichen. Wer Nikotin-Shots einwiegt statt abmisst, minimiert das Risiko von Dosierfehlern.

Ist selbst gemischtes Liquid weniger sicher als fertiges?

Das hängt von der Sorgfalt ab. Fertig-Liquids aus seriösen Quellen werden in kontrollierten Bedingungen hergestellt und notifiziert. Beim Selbstmischen liegt die Verantwortung bei dir: sauberes Arbeiten, präzise Dosierung und sichere Lagerung sind Pflicht – besonders beim Umgang mit Nikotin-Shots. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt ausdrücklich Schutzhandschuhe und Hautschutzmaßnahmen beim Kontakt mit nikotinhaltigen Lösungen.

Wie lange muss ich ein selbst gemischtes Liquid reifen lassen?

Das ist artenabhängig. Fruchtige Aromen sind oft nach 24–72 Stunden trinkfertig, Tabak- und Cremearomen verbessern sich häufig über zwei bis vier Wochen. Schütteln und kurzes Lüften (Schnellmethode) können den Prozess etwas verkürzen, ersetzen die Reifezeit aber nicht vollständig.

Darf ich mein selbst gemischtes Liquid an Freunde weitergeben?

Nein, sofern Nikotin enthalten ist. Das Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) regelt den Umgang mit Nikotinliquids; eine Abgabe oder ein Verkauf – auch unentgeltlich – außerhalb des Eigenverbrauchs ist nicht erlaubt. Nikotinfreie Mischungen unterliegen weniger strengen Regeln, aber auch dort gilt: keine Abgabe an Minderjährige.

Welche Nikotinstärke soll ich ansteuern?

Das kommt auf deinen bisherigen Konsum an. Wer von starken Einweg-Vapes mit 20 mg/ml kommt, kann dort starten und schrittweise reduzieren. Wer ein ELFA-Pod-System nutzt und auf Leerpods umsteigt, beginnt oft bei 10–20 mg/ml Nikotinsalz. Details zu den Unterschieden zwischen 0, 10 und 20 mg/ml liest du im Beitrag Nikotinstärke 10 oder 20 mg.

Unterm Strich ist Liquid selbst mischen ein faszinierendes Hobby für alle, die Kontrolle über ihre Mischung wollen – Basis, Aroma, Nikotingehalt und PG/VG-Verhältnis selbst bestimmen. Das Fundament sind zwei simple Grundzutaten und ein sorgfältiger Umgang mit Nikotin. Wer erst einmal ausprobieren möchte, bevor er ins DIY einsteigt, findet im Fertig-Liquid-Sortiment eine breite Auswahl – und kann später immer noch auf Leerpods und Selbstbefüllung umsteigen.

Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (bfr.bund.de); EU-Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU, umgesetzt im Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG); Zoll.de (Tabaksteuer auf Liquids).

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