Vape ab 18: was der Jugendschutz vorschreibt

Vape ab 18: was der Jugendschutz vorschreibt - Vapechamp.de

Von Justin Flick · zuletzt aktualisiert im Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

E-Zigaretten und Liquids dürfen in Deutschland nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) regelt das eindeutig: Die Abgabe an Kinder und Jugendliche ist verboten – im Laden ebenso wie im Versandhandel und unabhängig davon, ob das Produkt Nikotin enthält. Dieser Beitrag fasst zusammen, was § 10 JuSchG im Einzelnen vorschreibt, was im Versandhandel gilt und welche Folgen Verstöße haben können.

Vapechamp ist ein Händler für E-Zigaretten. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage allgemein wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.

Was das Jugendschutzgesetz konkret regelt

Die zentrale Vorschrift ist § 10 Absatz 1 JuSchG: „In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse und deren Behältnisse an Kinder oder Jugendliche weder abgegeben noch darf ihnen das Rauchen oder der Konsum nikotinhaltiger Produkte gestattet werden.“ Kinder sind nach dem Gesetz Personen unter 14 Jahren, Jugendliche Personen von 14 bis 17 Jahren (§ 1 Abs. 1 JuSchG). „Abgeben“ meint dabei nicht nur den Verkauf an der Kasse, sondern jedes Überlassen – auch ohne Geld.

Dazu kommen zwei weitere Regeln: In der Öffentlichkeit dürfen diese Produkte nur in Automaten angeboten werden, die an einem für Kinder und Jugendliche unzugänglichen Ort stehen oder durch technische Vorrichtungen oder ständige Aufsicht gesichert sind (§ 10 Abs. 2 JuSchG). Und im Versandhandel dürfen sie Kindern und Jugendlichen weder angeboten noch an sie geliefert werden (§ 10 Abs. 3 JuSchG). Was das für Online-Shops bedeutet, steht weiter unten.

Nikotinfreie Vapes: auch unter 18 verboten

Ein verbreitetes Missverständnis lautet: „Ohne Nikotin ist es erlaubt.“ Das stimmt nicht. Nach § 10 Absatz 4 JuSchG gelten die Absätze 1 bis 3 auch für nikotinfreie Erzeugnisse wie elektronische Zigaretten oder elektronische Shishas sowie für deren Behältnisse, also auch für nikotinfreie Liquids. Diese Regel gilt seit dem 1. April 2016.

Als wichtigste Gründe für die Regelung nennt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) „das weitgehend ungeklärte Gesundheitsrisiko sowie die Befürchtung, dass dampfende Jugendliche später auf reguläre Tabakzigaretten umsteigen“. Das BIÖG weist außerdem darauf hin, dass sich durch regelmäßiges Dampfen eine feste Gewohnheit oder eine Abhängigkeit entwickeln kann, die den späteren Einstieg in den Zigarettenkonsum wahrscheinlicher macht.

Versandhandel: was das Gesetz von Online-Shops verlangt

Für den Online-Handel ist neben § 10 Absatz 3 die Begriffsbestimmung in § 1 Absatz 4 JuSchG entscheidend. Versandhandel im Sinne des Gesetzes ist danach jedes entgeltliche Geschäft, das durch Bestellung und Übersendung einer Ware „ohne persönlichen Kontakt zwischen Lieferant und Besteller oder ohne dass durch technische oder sonstige Vorkehrungen sichergestellt ist, dass kein Versand an Kinder und Jugendliche erfolgt“, abgewickelt wird.

Daraus folgt: Online-Händler müssen durch technische oder sonstige Vorkehrungen sicherstellen, dass keine Lieferung an Minderjährige erfolgt (§ 10 Abs. 3 und 4 i. V. m. § 1 Abs. 4 JuSchG). Wer E-Zigaretten kauft, muss sein Alter auf Verlangen in geeigneter Weise nachweisen; Gewerbetreibende haben das Lebensalter in Zweifelsfällen zu überprüfen (§ 2 Abs. 2 JuSchG).

Jugendschutz-Regeln im Überblick

Die folgende Tabelle fasst zusammen, was das Jugendschutzgesetz in typischen Situationen bedeutet.

Situation Was gilt Grundlage
Verkauf im Geschäft, am Kiosk oder in der Gaststätte Abgabe an unter 18-Jährige verboten; in Zweifelsfällen muss das Alter geprüft werden § 10 Abs. 1, § 2 Abs. 2 JuSchG
Online-Shop und Versand Weder Angebot an noch Lieferung an unter 18-Jährige; Vorkehrungen gegen den Versand an Minderjährige nötig § 10 Abs. 3, § 1 Abs. 4 JuSchG
Automaten in der Öffentlichkeit Nur an unzugänglichem Ort oder mit technischer Sicherung bzw. ständiger Aufsicht § 10 Abs. 2 JuSchG
Nikotinfreie E-Zigaretten und Liquids Gleiche Regeln wie für nikotinhaltige Produkte § 10 Abs. 4 JuSchG
Verschenken oder Überlassen an unter 18-Jährige in der Öffentlichkeit Verboten, auch ohne Geldübergabe § 10 Abs. 1 und 4 JuSchG
Konsum durch Minderjährige in Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit Darf nicht gestattet werden § 10 Abs. 1 und 4 JuSchG

Was bei Verstößen droht

Gewerbetreibende und Veranstalter, die E-Zigaretten oder Liquids entgegen § 10 JuSchG an Kinder oder Jugendliche abgeben, im Versandhandel anbieten oder ihnen den Konsum gestatten, handeln ordnungswidrig (§ 28 Abs. 1 Nr. 12 und 13 JuSchG). Die Geldbuße kann bis zu 50.000 Euro betragen (§ 28 Abs. 5 JuSchG). Zur Straftat wird ein vorsätzlicher Verstoß, wenn dadurch ein Kind oder eine jugendliche Person wenigstens leichtfertig in der Entwicklung schwer gefährdet wird oder wenn der Verstoß aus Gewinnsucht begangen oder beharrlich wiederholt wird; dann drohen Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (§ 27 Abs. 2 JuSchG).

Auch Erwachsene ohne Gewerbe können ordnungswidrig handeln: § 28 Absatz 4 JuSchG erfasst Personen über 18 Jahren, die ein Verhalten von Kindern oder Jugendlichen herbeiführen oder fördern, das § 10 Absatz 1 verhindern soll – etwa wenn sie einer jugendlichen Person in der Öffentlichkeit eine E-Zigarette überlassen.

Warum der Jugendschutz beim Dampfen wichtig ist

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) stellt klar: „E-Zigaretten sind aber keineswegs harmlose Life-Style-Produkte, sondern bergen Gesundheitsrisiken.“ Für Jugendliche hebt das DKFZ hervor: „Bei Jugendlichen beeinträchtigt Nikotinkonsum die Gehirnentwicklung.“ Nach Einschätzung des DKFZ sollten insbesondere Nichtrauchende und Jugendliche keine E-Zigaretten verwenden. Für nichtrauchende Jugendliche bedeuten sie laut DKFZ ein vermeidbares Gesundheitsrisiko.

Auch nikotinfreie Produkte sind nicht unbedenklich: Nach dem BIÖG können auch nikotinfreie E-Zigaretten schädliche Effekte auf das Lungengewebe haben. Was Studien zu E-Zigaretten bei Jugendlichen zeigen, fasst der Beitrag Dampfen bei Jugendlichen: die aktuelle Studienlage zusammen.

Was Erwachsene beachten sollten

  • Keine Weitergabe an Minderjährige: In der Öffentlichkeit ist das Überlassen an unter 18-Jährige verboten – auch leihweise, auch ohne Geld und auch bei nikotinfreien Geräten.
  • Außer Reichweite von Kindern aufbewahren: Geräte, Pods und Liquids gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen, auch nicht zu Hause.
  • Alter auf Verlangen nachweisen: Wer E-Zigaretten kauft, muss sein Alter auf Verlangen in geeigneter Weise nachweisen (§ 2 Abs. 2 JuSchG).
  • Im Ausland gilt das dortige Recht: Altersgrenzen und Regeln für E-Zigaretten unterscheiden sich von Land zu Land.

Häufige Fragen zum Jugendschutz beim Dampfen

Ab welchem Alter darf man in Deutschland eine E-Zigarette kaufen?

E-Zigaretten und Liquids dürfen in Deutschland nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Das Jugendschutzgesetz verbietet die Abgabe an Kinder und Jugendliche in Verkaufsstellen, Gaststätten und sonst in der Öffentlichkeit sowie im Versandhandel (§ 10 Abs. 1 und 3 JuSchG). Das gilt auch für nikotinfreie Produkte (§ 10 Abs. 4 JuSchG).

Dürfen Jugendliche nikotinfreie Vapes kaufen?

Nein. Seit dem 1. April 2016 gelten die Regeln des § 10 JuSchG ausdrücklich auch für nikotinfreie E-Zigaretten, E-Shishas und deren Behältnisse (§ 10 Abs. 4 JuSchG). Als Gründe nennt das BIÖG das weitgehend ungeklärte Gesundheitsrisiko und die Befürchtung, dass dampfende Jugendliche später auf Tabakzigaretten umsteigen.

Was verlangt das Jugendschutzgesetz von Online-Shops?

E-Zigaretten und Liquids dürfen Kindern und Jugendlichen im Versandhandel weder angeboten noch an sie geliefert werden – auch nicht nikotinfreie (§ 10 Abs. 3 und 4 JuSchG). Online-Händler müssen durch technische oder sonstige Vorkehrungen sicherstellen, dass keine Lieferung an Minderjährige erfolgt (§ 1 Abs. 4 JuSchG).

Was passiert, wenn ich einer Person unter 18 meine Vape leihe?

In Verkaufsstellen, Gaststätten und sonst in der Öffentlichkeit dürfen E-Zigaretten – auch nikotinfreie – an Kinder und Jugendliche nicht abgegeben werden; das umfasst auch das Leihen ohne Geld. Erwachsene, die so den Konsum Minderjähriger herbeiführen oder fördern, können ordnungswidrig handeln (§ 10 Abs. 1 und 4, § 28 Abs. 4 JuSchG). Unabhängig vom Ort sollten Jugendliche nach Einschätzung des DKFZ keine E-Zigaretten verwenden.

Gelten die gleichen Regeln auch im EU-Ausland?

Nicht unbedingt. Andere Länder haben eigene Jugendschutzregeln für E-Zigaretten, Altersgrenzen und Verfahren können abweichen. In Deutschland gilt das deutsche Jugendschutzgesetz.

Zusammengefasst: E-Zigaretten und Liquids dürfen nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden – mit und ohne Nikotin, im Laden ebenso wie im Versandhandel. Online-Händler müssen durch Vorkehrungen sicherstellen, dass keine Lieferung an Minderjährige erfolgt. Verstöße können mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden, und auch Erwachsene, die Minderjährigen in der Öffentlichkeit eine E-Zigarette überlassen, können ordnungswidrig handeln.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Rechtslage allgemein wieder (Stand Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Nikotinhaltige E-Zigaretten tragen den Warnhinweis „Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.“

Quellen: Jugendschutzgesetz (JuSchG), §§ 1, 2, 10, 27 und 28 (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.10.2026); Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, rauchfrei-info.de: „E-Zigarette (Vape)“ und „Vapes (E-Zigaretten)“; Deutsches Krebsforschungszentrum, „Fakten zum Rauchen: Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten“ (2024); § 27 TabakerzV.

Justin Flick
Jugendschutzbeauftragter bei Vapechamp

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